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Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen." Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase. Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen. Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute. Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte, nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein: "Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet." Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt: "Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben, aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?" Der andere Freund antwortete: "Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand Schreiben, damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann. Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist, dann können wir das in einen Stein gravieren, damit kein Wind es jemals löschen kann."

Die Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn

Meine Mutter hatte nur ein Auge. Ich hasste sie, weil ich mich für sie schämte. Um unsere Familie zu versorgen, arbeitete sie an meiner Schule in der Cafeteria. Als ich in der Grundschule war, besuchte sie mich eines Tages. Ich war am Boden zerstört. Wie konnte sie mir das antun? Ich ignorierte sie. Dann guckte ich zu ihr mit voller Hasser und rannte weg. Am nächsten Tag sagte eine meiner Schulkameraden:" Iiii deine Mutter hat ja nur ein Auge!" Ich wünschte mir, zu sterben. Ich wollte unbedingt das meine Mutter für immer verschwindet.
Als ich sie später sah, sagte ich ihr:" Anstatt mich zu blamieren, ist es besser das du stirbst!" Ich hab mal nicht eine Sekunde lang überlegt was ich gesagt hatte. Denn ich war sauer. Ihre Gefühle interessierten mich nicht.
Ich wollte sie zuhause nicht haben.
Ich habe sehr hart gearbeitet, und bin dann für mein Studium nach Singapur geflogen. Später hab ich geheiratet. Ich kaufte mir eine eigene Wohnung und bekam auch später Kinder. Ich war völlig zufrieden mit meinem Leben.
Eines Tages kam meine Mutter zu Besuch. Seit Jahren hatten wir kein Kontakt mehr und sie kannte auch ihre Enkelkinder nicht.
Als sie vor der Tür stand, lachten meine Kinder sie aus.
Ich schrie zu ihr:" Wie kannst du her kommen und meine Kinder erschrecken, verschwinde SOFORT." Sie antwortete mir:" Ich bin wohl in die falsche Adresse gekommen." Dann ist sie gegangen. Als ich in die Universität ging um mein Studium abzuschließen, bin ich aus neugier zu meiner Mutter gegangen.
Die Nachbarn sagten dass sie starb.
Ich war überhaupt nicht traurig.
Meine Mutter hinterließ mir ein Brief:

Mein Lieber Sohn, du warst immer in meinen Gedanken.
Es tut mir leid das ich deine Kinder erschreckt habe.
Es tut mir leid das ich dich immer blamiert habe.
Weisst du.......als du ein kleines Kind warst, hattest du einen Unfall und hattest dein Auge verloren.
Als Mutter konnte ich es nicht ertragen das du nur mit einem Auge aufwächst.
Deswegen hab ich dir mein Auge gegeben.
Ich war so stolz das du mit meinem Auge sehen konntest.

Deine liebe Mutter.

Leben nach der Geburt


Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter. "Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der eine Zwilling.

"Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird." antwortet der andere Zwilling.

"Ich glaube, das ist Blödsinn!" sagt der erste. "Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?"

"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"

"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz."

"Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders."

"Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von 'nach der Geburt'. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum."

"Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen."

"Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"

"Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"

"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."

"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt...."

Der Großvater

Es war einmal ein sehr alter Mann, dem waren die Augen trüb geworden, die Ohren taub und die Knie zitterten ihm. Wenn er mal bei Tische saß und den Löffel kaum halten konnte, schüttete er Suppe auf das Tischtuch und es floss ihm auch etwas wieder aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor und deswegen musste sich der alte Grossvater hinter den Offen in die Ecke setzen und sie gaben ihm sein Essen in ein irdenes Schüsselchen und noch dazu nicht einmal genug; da sah er betrübt nachdem Tisch und die Augen wurden ihm nass. Einmal auch konnten seine zitterigen Hände das Schüsselchen nicht festhalten, es viel zu Boden und zerbrach. Die junge Frau schalt, er sagte aber nichts und seufzte nur traurig. Da gab sie ihm ein hölzernes Schüsselchen, daras musste er nun essen. Wie sie da so sitzen, so trog der kleine Enkel auf den Boden kleine Brettlein zusammen. " Was machst du da?" Fragte der Vater. " Ich mache ein Tröglein," antwortete das Kind. "Daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn ich groß bin."Da sahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen an zu weinen und holten sofort den alten Grossvater an den Tisch und liesen ihn von nun an immer mitessen. Sie sagten auch nichts, wenn er ein wenig verschüttete.

Die Rose


Peter ging regelmäßig über einen Platz, an dem eine Bettlerin saß. Ohne aufzublicken, ohne ein Zeichen de Bittens oder Dankens verharrte sie immer am gleichen Ort. Peter gab ihr nie etwas - seine Begleiterin gab ihr fast täglich ein Geldstück. Sie fragte Peter, warum er ihr nichts gebe. Er antwortete : "Wir müssten ihrem Herz schenken und nicht ihr Hand." Wenige Tage später brachte er eine eben aufgeblühte Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen. Da geschah das unerwartete: Die Bettlerin blickte ihn an, erhob sich mühsam, tastete nach seiner Hand, küsste sie und ging dann mit der Rose davon. Eine Woche lang blieb der Platz ,an dem sie gebettelt hatte, leer. Dann saß sie wieder an der gewohnten Stelle, stumm mit ausgestreckter Hand. " Wovon hat sie nur die ganzen Tage gelebt?" Fragte Peters Begleitung. Peter sagte: " Von der Rose."

Die alte Dame vom Strand


Eine fünfköpfige Familie war glücklich, einen Tag am Strand verbringen zu können. Die Kinder badeten im Meer und bauten Sandburgen, als eine kleine alte dame auf sie zukam. Ihr graues Haar wehte im Wind und ihre Kleidung war schmutzig und zerlumpt. Sie Murmelte vor sich hin, während sie Gegenstände vom Poden aufhob und in eine Tasche tat. Die Eltern riefen die Kinder zu sich und sagten, sie sollten sich vor der alten Dame fernhalten. Als sie Vorbeiging und sich hin und wieder bückte ,um etwas aufzuheben, lächelte sie der Familie zu, aber ihr Gruß wurde nicht erwidert. Viele Wochen später erfuhren sie, dass die kleine alte Dame es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte Glasscherben am Strand aufzuheben, damit sich die Kinder nicht die Füße aufzuschnitten.

_________ Antohny de Mello

Die Farben des Herbstes


Wenn die Bäume kahl werden und die Tage kürzer und kälter, dann wissen wir es wird Herbst. Der Herbst kann so schön sein, durchleuchtet von mildem Sonnenschein, voll von bunten Farben. Auch Herbst des Lebens ist keine Katastrophe, sondern eine kostbare Zeit.. Älter und schwächer gewordene Menschen sind wertvolle Menschen. In ihnen ruhen Schätze. Sie können zeigen, was das Kostbare im Leben ist und wie man das Leben kostbar macht. Freilich gibt es nicht so selten ältere Menschen, die alles schwarz sehen und für die alles bergab geht. Für sie geht selbst die Sonne am Morgen schon unter. Es gibt aber auch Menschen, die anders alt werden. Sie versöhnen sich mit dem, was ihnen nicht mehr möglich ist. Aus allem, was sie noch können, versuchen sie das Beste zu machen. Von ihnen geht Gelassenheit aus, Zuversicht und Herzensgüte. Was ist das Geheimnis dieser Menschen, bei denen man sich wohl fühlt, die für ihre Umgebung ein Segen sind? sie haben ein junges Herz behalten. Am Guten der Vergangenheit haben sie ihre Freude. das Schöne der Gegenwart können sie dankbar genießen und das Schwere in Geduld hinnehmen. In die Zukunft schauen sie mit einem großen Vertrauen. Sie lieben das Leben, so wie es ist, und die Menschen, so wie sie sind. Das ist die Kunst: Alt werden mit einem jungen Herzen.

Ein Märchen aus Italien


Es war einmal ein Königssohn. Er war immer alleine, konnte sich über nichts freuen oder lachen. Sein Vater der König, fragte alle Menschen des Landes um Rat, aber keiner konnte helfen. So kam einmal ein weiser Mann zum König und meinte, der Königssohn soll mal sein Hemd mit dem Hemd eines fröhlichen Menschen tauschen nur so wird er gesund und lachen können. im ganzen Land fand man aber keinen Menschen der wirklich fröhlich und glücklich war. Als der Konig einmal durch das Land ritt, sah er einem Mann am feld arbeiten, der fröhlich vor sich hinsang. Der König bat ihn sofort um sein Hemd. " Das geht nicht",sagte der Mann. " dann stirbt mein Sohn", bat der König weiter. " Euer Majestät, das geht wirklich nicht, ich hab gar kein Hemd, " erwiderte der Mann.

Ein kleiner Baumwollfaden


Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war: "Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach", sagte er sich, "und für einen Pullover viel zu kurz". An andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viel Hemmungen. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. Ja, wenn ich aus Lurex wäre, da könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid. Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich - und ich mich selbst am wenigsten. So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid. Da klopfte ein Klümpchen Wachs an seine Tür und sagte: " Lass dich doch nicht so hängen du Baumwollfaden. Ich habe da eine Idee: Wir beide tun uns zusammen. Für eine Weihnachtskerze bist du zwar zu kurz und ich habe dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal. Es ist doch viel besser ein kleines Licht anzuzünden, als immer über die Dunkelheit zu jammern"! Da war der kleine Baumwollfaden ganz glücklich, tat sich mit dem Klümpchen wachs zusammen und sagte: " Nun hat mein Dasein doch einen Sinn." Und wer weiss, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfaden und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammen tun könnten.

Nur Sand


Ein weiser Mann zeigte mir ein leeres Glas und füllte es mit großen Steinen. Danach fragte er mich, ob dieses Glas voll sei. Ich stimmte ihm zu. Er nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen aus seiner Tasche und schüttete sie in das Glas. Natürlich rollten sie in die Zwischenräume. Wieder fragte er mich, ob das Glas nun voll sei. Lächelnd sagte ich ja. Der weise Mann nahm nun wieder eine Schachtel. Diesmal war es Sand. Er schüttete diesen in das Glas und auch dieser verteilte sich in den Zwischenräumen. Nun sagte der Weise Mann: „ Ich möchte, dass du erkennst, dass dieses Glas wie dein Leben ist. Die großen Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Deine Liebe, deine Familie, deine Gesundheit, also Dinge, die, wenn alle Anderen wegfielen und nur du überbleibst, dein Leben immer noch erfüllen würden.

Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie , deine Arbeit, dein Haus, dein Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben. Wenn du den Sand zuerst in das Glas füllst, bleibt kein Raum für die Kieselsteine und die großen Steine. So ist es auch in deinem Leben. Wenn du all deine Energie für die kleinen Dinge im Leben aufwendest, hast du für die großen keine mehr.

Nimm dir Zeit für die Liebe und deine Familie, achte auf deine Gesundheit, es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Haushalt, etc. Achte zuerst auf die großen Steine, denn sie sind die zählen. Der Rest ist nur Sand.





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